Up North - Ein Roadtrip nach Norwegen
Ich sitze an einem Donnerstagnachmittag in einem der letzten Seminare des laufenden Semesters, als Manu von edit snowboarding versucht mich anzurufen. Kurze Zeit später vibriert mein Handy schon wieder, Manu schreibt dass sie mich Sonntagabend in Kiel abholen für einen Kurztrip nach Norwegen. Gibt es eine bessere Möglichkeit in die Semesterferien zu starten? Definitiv nicht, also ruf ich sofort zurück und freu mich schon auf Sonntag.
Unsere kleine Crew wird von meinem Nitro Team Buddy Tajo Seefried komplettiert, dem wir den Trip auch zu verdanken haben. Eine spontane Boxenlieferung für Unit Parktech ins Vierli Skisenter führt uns nach Norwegen. Die beiden brechen Samstag früh in Stuttgart auf und nachdem in Köln alle Boxen in den großen, aber trotzdem viel zu kleinen Transporter geladen sind, machen sie sich auf die Fahrt durch die Karnevalshochburg. Nach diversen Staus und gesperrten Straßen treffen wir uns am späten Abend in Kiel und stellen den Wecker auf 04:30.Da Manu und Tajo schon einen ganzen Tag im Auto verbracht haben übernehme ich die Fahrt nach Dänemark, die Straßen sind wie leergefegt und wir kommen drei Stunden zu früh in Hirtshals an. Zum Glück findet Tajo schnell ein fahrbares Holzrail mit Meerblick, den Shot will sich natürlich keiner entgehen lassen. Also heißt es schnell aufbauen, jeder einen Trick stehen und ab zum Check In. Der Plan geht auf und an Bord wird erstmal auf den Trip und die ersten Shots angestoßen. Um 16:30 kommen wir in Larvik an und nach kurzem Gespräch und Routinecheck beim Zoll machen wir uns auf die letzte Etappe nach Vierli. Dort beziehen wir eine kleine Blockhütte, die alle Erwartungen mit Flatscreen, Sofaecke und Fußbodenheizung im Bad mehr als toppen kann.
Am nächsten Morgen realisieren wir erst, dass der Parklift keine 200 Meter von unserer Haustüre entfernt ist und dank Nebensaison das Gebiet unter der Woche menschenleer ist. Schnell die Boxen ausladen, zusammenbauen und dann ganz entspannt ein paar Runden durch den Park drehen. Super lange Lines, tonnenweise Obstacles, Rails, Riffelrohre, Kicker in allen Größen und sogar ein permanenter Bagjump...sick!
Manu und ich filmen einige Followcam Lines, den restlichen Tag cruisen wir entspannt durch den Park während Tajo schon mal die Kicker für den nächsten Tag antestet. Den Abend vertreiben wir uns mit Essen, Eishockey und ein paar Bierchen. Der nächste Tag ist aber auch schon wieder der letzte in Vierli, weshalb wir noch einmal versuchen alles an Shots mit zu nehmen was geht. Trotz flachen Lichts und wenig Kontrast versuchen wir einige Kickershots in den Kasten zu bekommen, ein recht schwieriges Unterfangen wenn Himmel und Schnee fast die gleiche Farbe haben. Deshalb beschließen wir einen Spot in Angriff zu nehmen den Manu gefunden hat und bei Flutlicht zurück in den Park zu gehen. Aus Picnic Tables bauen wir einen Absprung über einen Zaun in eine recht steile Landung. Nach einigen Versuchen steht jeder seine Tricks und es wird Zeit für eine kurzer Pause und eine Portion Pasta. Trotz heftigen Schneefalls gehen wir noch mal zurück in den Park und Tajo macht sich voll motiviert am großen Kicker zu schaffen. Die Landung wird durch den Neuschnee jedoch immer weicher, was ihm und seinem Knie bei einem fs7 Versuch dann auch zum Verhängnis wird. Damn, das bedeutet erstmal das Aus für ihn. Manu und ich beenden die Session mit einer letzten Followcam Line.
Nach der Session schmeißen wir alle unseren Stuff zurück in den Transporter, füllen Tajo eine Plastiktüte mit Schnee als provisorischen Eisbeutel und fahren die Nacht durch zurück nach Larvik. Da wir schon wieder bei Nacht unterwegs sind bekommen wir fast nichts mit von Norwegen, immerhin springen 2 Rentiere vor uns auf die Straße und begleiten uns einige Kilometer durch die tief verschneiten Wälder in Richtung Küste, na wenigstens ein Klischee noch erfüllt! Um 08:00 Uhr checken wir auf der Fähre ein und schlafen durch bis zur Ankunft in Dänemark. Am frühen Nachmittag sind wir dann schon wieder zurück in Kiel, essen gemeinsam noch einen leckeren Döner, bevor die Jungs sich weiter auf den Weg nach Stuttgart und Sonthofen machen. Eines ist sicher, es war nicht der letzte Trip nach Skandinavien, die restlichen Kronen in der Tasche müssen ja noch weg....
Mehr von Edit: Am Wasser gebaut - Edit Snowboarding
Mehr Infos: www.editsnowboarding.de